Liebe axposuperleague.ch-Leser
Gerade zwei Runden sind absolviert, und schon stehen die Schiedsrichter (wieder) am Pranger. Zu Unrecht wurden Goals in Sion und Bern aberkannt, hinzu kamen einige weitere strittige Entscheide. Teilweise ist die Kritik an den Unparteiischen berechtigt, teilweise nicht.
So wie beim vermeintlichen 1:0 für YB gegen Luzern durch Doubai. Dass der Ivorer nicht im Offside stand, war in realer Geschwindigkeit und mit blossem Auge nicht zu erkennen. Trotzdem würde ich bei strittigen Offside-Entscheiden – wie auch bei der Videobeweis-Sportart Eishockey praktiziert – auf technische Hilfsmittel verzichten.
Anders sieht es bei dem nicht gegebenen Goal von Sions Obradovic aus. Hier geht es um die Frage: War der Ball über der Linie oder nicht?
Hier würde ich mich ebenfalls am Eishockey orientieren und eine Torkamera einsetzen. Diese Kamera kontrollieren und den Entscheid fällen könnte der 4. Offizielle, der dann mehr relevante Aufgaben zu erledigen hätte als Trainer auf die Linien ihrer Coaching Zone hinzuweisen.
Im Ernst: Ich bin der Meinung, es ist nicht falsch, den Schiedsrichtern mittels Technologie zu helfen. Der gesamte Fussball hat sich enorm entwickelt, und das macht es für die Unparteiischen immer schwieriger.
Früher, zu meiner aktiven Zeit, sind die gleichen Dinge und ähnliche Fehlentscheide passiert wie heute. Allerdings gab es damals noch nicht so viele Kameras, die jede Szene aus zig verschiedenen Perspektiven durchleuchten. Warum sollte man nicht zwei dieser Kameras nur für die Überwachung der Goals verwenden können?
Ungeachtet dessen gab es einen wirklich matchentscheidenen Fehlentscheid, der im Trubel um Sion und YB untergegangen ist. Kurz vor Ende der Partie gegen Bellinzona hätte St. Gallens Philipp Muntwiler für ein grobes Foul, für das es nicht mal Gelb gab, vom Platz fliegen müssen. Mit der Folge, dass er den 3:2-Siegtreffer nicht mehr hätte erzielen können.
Nicht ganz einverstanden bin ich auch mit dem Ausgang des Zürcher Derbys. Natürlich freue ich mich über Urs Fischers ersten Trainer-Erfolg im Städteduell und darüber, dass der FCZ nach einer verkorksten Saison aktuell einigen Kredit zurückgewinnt.
Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ein Remis für GC aufgrund der Spielanteile absolut verdient gewesen wäre. Nur hätte es dafür mehr Kaltschnäuzigkeit der Grasshoppers vor dem Zürcher Goal gebraucht. Irgendwie eine beruhigende Lektion, dass Erfolg und Misserfolg nicht ausschliesslich vom Schiedsrichter abhängen.
Bis zum nächsten Mal.
Ihr