
Die Axpo Super League hat salamischeibchenmässig ihren ersten Spieltag hinter sich gebracht. Zeit für eine Bilanz, findet rotweiss-Redaktor Michael Martin und setzt die Brille auf.
Da lagen sie sich also wieder in den Armen, die Basler, derweil die Konkurrenz aus Zürich und Bern mit langen Gesichtern vom Platz schlich. So wie zum Schluss der vergangenen Saison. Die WM aus der Sicht der Axpo Super League? Ein kleines Störfeuer. Mehr nicht. Die Schweiz hat ihre Liga wieder, und nichts liegt weiter entfernt als Honduras oder der Schiedsrichter aus Saudi-Arabien.
Gesehen haben wir jetzt 5 der total 180 Spiele der Saison 2010/2011, und wir freuen uns, dass die Zeitungen die Gelegenheit beim Schopfe packen, um die ersten Hackordnungen vorzunehmen. Ein neues Traumpaar haben wir – Hakan Yakin und Daniel Gygax. Und so reichte schon ein 4:0 gegen den FC St. Gallen, um die Grundsatzfrage zu stellen: Kann dieser FC Luzern Schweizer Meister werden? Die Antwort: Natürlich kann er Schweizer Meister werden, wenn er 36 Mal gegen den FC St. Gallen in der Freilos-Verfassung der 1. Runde antritt. Dann nämlich hat der FCL nach Ablauf dieser Saison 108 Punkte geholt und dabei ein Torverhältnis von 144:0 erzielt. Das Problem ist nur, dass die Luzerner nicht 36 Mal gegen die Grün-Weissen spielen dürfen, die so grün hinter den Ohren waren, dass man das Schlimmste befürchten muss.

Hakan Yakins FC Luzern und Alex Freis FC Basel drückten der 1. Runde ihren Stempel auf.
Vielleicht reden wir ja schon wieder anders, wenn am Samstag die Young Boys gegen den FCL gespielt haben werden. Oder rutscht YB in die Krise? Fliegt Vladimir Petkovic, bevor er sein System verändert haben wird? Sie merken, die Saison hat begonnen. Und wenn Sie es den GC-Fans in Zürich noch mitteilen, dass wieder gekickt wird im Land, dann wird vielleicht auch der Letzigrund besser gefüllt sein beim nächsten Heimspiel des Rekordmeisters. Stand der Dinge: GC hätte mit der Partie gegen Xamax (4700 Zuschauer) das geplante neue Stadion mit einem Fassungsvermögen von 16 600 Personen zu rund 25 Prozent gefüllt…
Solche Probleme kennt der FC Basel nicht. Mehr als 30 000 Menschen kamen zum Saisonauftakt gegen den FCZ und sie gingen so zufrieden nach Hause, dass mit ihnen auch in Zukunft zu rechnen sein wird im Stadion. Womöglich liegt nicht einmal falsch, wer denkt, diese beiden Teams könnten auch zum Schluss der Saison vor dem designierten Champion FC Luzern stehen (es sei denn, es käme noch zur erwähnten Spielplanänderung mit dem Dauerduell gegen die St. Galler).
So haben wir also nach 90 absolvierten Minuten eine gesunde Mischung aus Altbewährtem mit dem treffsicheren FC Basel, einer schönen Geschichte mit einem tollen neuen Duo (Yakin-Gygax), einem guten Aufsteiger aus Thun, der fussballerisch die klarere Linie hatte als YB, sowie einem ersten Disziplinarfall. Einen internen beim FCB, wo Trainer Thorsten Fink nun so viele Innenverteidiger zur Verfügung hat, dass er seinen Problemfall Cagdas Atan (er reklamierte wie immer auch gelb-rot gefährdet noch beim Schiedsrichter…) zur Pause vom Feld holen kann. Auch das ein Indiz dafür, dass die erste Bilanz der Saison die gleiche wie die letzte im kommenden Mai sein könnte: Wer so gut besetzt ist wie der FC Basel, wird in der Schweiz auf Dauer nicht mal einen einzigen Verfolger haben.